Häufig gestellte Fragen zur ProtecD®-Mineralisierung

1. Grundlagen & Funktionsweise

Die ProtecD®-Mineralisierung ist ein Verfahren zum Schutz und zur Festigung mineralischer Baustoffe wie Naturstein, Beton, Ziegel sowie mineralischer Putze und Fugenmaterialien.

Der Mineralisierer dringt in die Poren des Baustoffs ein und reagiert mit dessen mineralischen Bestandteilen. Dadurch wird die Wasseraufnahme reduziert, das mineralische Gefüge gefestigt und die Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen verbessert.

Im Gegensatz zu filmbildenden Beschichtungen bleibt die natürliche Wasserdampfdurchlässigkeit weitgehend erhalten. Auch das ursprüngliche Erscheinungsbild des Materials wird bewahrt.

Eine herkömmliche Hydrophobierung dient hauptsächlich dazu, die Aufnahme von Wasser zu reduzieren.

ProtecD® geht einen entscheidenden Schritt weiter: Die Mineralisierung verbindet die wasserabweisende Wirkung mit einer zusätzlichen Festigung der mineralischen Oberfläche.

Dadurch werden Abrieb, Absanden und der fortschreitende Verlust von Oberflächenmaterial reduziert.

Die Mineralisierung schützt somit nicht nur vor Feuchtigkeit, sondern trägt gleichzeitig zur langfristigen Erhaltung der Baustoffsubstanz bei.

Viele synthetische Schutzprodukte dienen hauptsächlich der Wasserabweisung oder bilden eine Schutzschicht auf der Oberfläche.

Filmbildende Versiegelungen können die Wasserdampfdurchlässigkeit einschränken und sich im Laufe der Zeit ablösen.

ProtecD® bildet dagegen keinen Oberflächenfilm. Der Mineralisierer dringt in das mineralische Gefüge ein, festigt die Oberfläche und reduziert die Wasseraufnahme, während die natürliche Wasserdampfdurchlässigkeit weitgehend erhalten bleibt.

Silan-Siloxan-Imprägnierungen dringen ebenfalls in den mineralischen Untergrund ein und machen die Porenoberflächen wasserabweisend.

Ihre Hauptfunktion ist die Reduzierung der Wasseraufnahme.

ProtecD® kombiniert diese Schutzwirkung mit einer zusätzlichen mineralischen Oberflächenfestigung. Dadurch kann auch die mechanische Widerstandsfähigkeit des behandelten Materials verbessert werden.

Ein weiterer Unterschied liegt in der angestrebten Dauerhaftigkeit der mineralischen Verbindung mit dem Baustoff.

Ja. ProtecD® bildet keinen geschlossenen Oberflächenfilm und erhält die natürliche Wasserdampfdurchlässigkeit des Baustoffs weitgehend.

Nach den vorliegenden Prüfunterlagen verändert sich die Wasserdampfdurchlässigkeit gegenüber unbehandelten Proben um weniger als 10 % (TS EN ISO 12572).

Dadurch kann Feuchtigkeit aus dem Inneren des Baustoffs weiterhin in Form von Wasserdampf entweichen.

Betonzusatzmittel werden bereits während der Herstellung dem Frischbeton zugesetzt. Sie können unter anderem die Verarbeitbarkeit, Porosität und Wasserbeständigkeit beeinflussen.

ProtecD® wird dagegen nachträglich auf die erhärtete Betonoberfläche aufgetragen.

Der Mineralisierer dringt in das vorhandene Gefüge ein, reduziert die Wasseraufnahme und festigt die oberflächennahen Bereiche.

Damit können auch bestehende Betonbauwerke nachträglich mineralisiert werden.

2. Oberflächenfestigung, Härte & Abrieb

ProtecD® verbessert durch die Mineralisierung die Festigkeit der oberflächennahen mineralischen Struktur.

Gemäß den vorliegenden Prüfangaben wurde bei untersuchten Kalksteinen eine Steigerung der Oberflächenhärte um bis zu 2,5 Punkte auf der Mohs-Skala festgestellt.

Die tatsächlich erreichbare Verbesserung hängt von der Art, Porosität und dem ursprünglichen Zustand des Natursteins ab.

Ja. Durch die mineralische Festigung wird die Oberfläche widerstandsfähiger gegenüber mechanischer Beanspruchung.

In den vorliegenden Prüfunterlagen wird eine Verbesserung der Abriebfestigkeit um mehr als 23 % nach TS 699 angegeben.

Dies ist besonders vorteilhaft bei stark frequentierten Flächen wie Fußgängerzonen, Bahnhöfen, Flughäfen, Einkaufszentren und Parkhäusern.

Absanden entsteht, wenn sich feine mineralische Partikel aus dem Baustoffgefüge lösen.

Ursachen können natürliche Verwitterung, Feuchtigkeit, Frost, Salzbelastungen, mechanische Beanspruchung oder eine unzureichende Bindung des ursprünglichen Materials sein.

Bei mineralischen Mörteln kann auch ein zu hoher Wasseranteil während der Herstellung die Porosität erhöhen und die Widerstandsfähigkeit beeinträchtigen.

Die Mineralisierung kann poröse und geschwächte mineralische Oberflächen festigen und dadurch das Absanden sowie den fortschreitenden oberflächlichen Materialverlust deutlich reduzieren.

Dies ist besonders wichtig bei historischen Natursteinen, Ziegeln, mineralischen Putzen und traditionellen Fugenmörteln.

ProtecD® wirkt innerhalb des mineralischen Gefüges, ohne eine filmbildende Beschichtung zu erzeugen.

Bei stark geschädigten oder konstruktiv instabilen Bauteilen ersetzt die Mineralisierung jedoch keine notwendigen Restaurierungsmaßnahmen.

3. Wasseraufnahme, Witterung & Frost

ProtecD® reduziert die kapillare Wasseraufnahme, ohne die natürliche Wasserdampfdurchlässigkeit wesentlich einzuschränken.

Nach den vorliegenden Prüfangaben wurde gemäß EN 1925 eine Reduzierung der kapillaren Wasseraufnahme um mehr als 53 % gegenüber unbehandelten Referenzproben festgestellt.

Die tatsächliche Wirkung ist abhängig von der Porosität, Saugfähigkeit und Beschaffenheit des jeweiligen Natursteins.

Die Mineralisierung reduziert die Aufnahme von Wasser und kann dadurch das Risiko frostbedingter Schäden verringern.

Wenn weniger Wasser in die Poren eindringt, wird die Belastung durch Gefrieren und Auftauen reduziert.

Nach den vorliegenden Prüfunterlagen wurde bei 60 Frost-Tau-Zyklen eine Verbesserung der Frost-Tau-Beständigkeit um mehr als 12 % festgestellt.

Dies ist besonders relevant für Fassaden, Treppen, Terrassen, Natursteinbeläge und historische Bauwerke.

4. Salzschäden, Ausblühungen & Umwelteinflüsse

Salze können mit eindringender Feuchtigkeit in mineralische Baustoffe gelangen und beim Trocknen innerhalb der Poren kristallisieren.

Der dabei entstehende Kristallisationsdruck kann Absanden, Abplatzungen und Materialverlust verursachen.

Durch die Reduzierung der Wasseraufnahme kann ProtecD® den Transport gelöster Salze begrenzen.

In den vorliegenden Prüfunterlagen wird nach EN 12370 eine um mehr als 53 % verbesserte Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzkristallisation angegeben.

Weiße Ausblühungen entstehen häufig, wenn Feuchtigkeit lösliche Salze aus dem Stein, dem Verlegemörtel oder angrenzenden Materialien an die Oberfläche transportiert.

Verdunstet das Wasser, bleiben die Salze als weiße Ablagerungen zurück.

Begünstigt wird dieser Prozess durch Regenwasser, aufsteigende Feuchtigkeit, Streusalz oder eine unzureichende Entwässerung.

ProtecD® reduziert das Eindringen von Wasser in poröse mineralische Oberflächen und kann dadurch den Transport löslicher Salze sowie die Bildung neuer Ausblühungen verringern.

Bereits vorhandene Salze werden durch die Mineralisierung jedoch nicht automatisch entfernt.

Vor der Behandlung sollten deshalb vorhandene Salzbelastungen und die Ursache der Feuchtigkeit untersucht werden.

Insbesondere bei aufsteigender Feuchtigkeit oder stark salzbelastetem historischem Mauerwerk ist eine vorherige bauphysikalische Beurteilung notwendig.

In städtischen und industriellen Umgebungen können Schwefeldioxid und andere Luftschadstoffe mineralische Baustoffe chemisch angreifen.

ProtecD® reduziert die Wasseraufnahme und verbessert die Widerstandsfähigkeit der behandelten Oberfläche.

Nach den vorliegenden Prüfunterlagen wurde gemäß EN 13919 eine um mehr als 60 % verbesserte Beständigkeit gegenüber Schwefeldioxideinwirkung festgestellt.

Dies kann insbesondere bei Natursteinfassaden und historischen Bauwerken zur Verringerung witterungsbedingter Materialschäden beitragen.

5. Gesundheit, Sicherheit & Denkmalschutz

ProtecD® eignet sich je nach Untergrund und Materialverträglichkeit zur Behandlung historischer Natursteine, Ziegel sowie mineralischer Putze und Fugenmörtel.

Die Mineralisierung soll die vorhandene Originalsubstanz festigen, ohne eine filmbildende Beschichtung aufzubringen.

Die Materialverträglichkeit wurde unter anderem durch Untersuchungen des KURAM-Forschungslabors der Fatih Sultan Mehmet Vakıf Universität bewertet.

Für denkmalgeschützte Bauwerke sollte die Eignung vor der Anwendung durch Materialuntersuchungen und geeignete Musterflächen bestätigt werden.

Nach den vorliegenden Produktangaben ist die Mineralisierung der Brandklasse A1 zugeordnet.

ProtecD® bildet keinen brennbaren organischen Oberflächenfilm. Dies ist besonders interessant für mineralische Oberflächen in öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen, Tunneln und Parkhäusern.

Die konkrete Brandklassifizierung und ihr Geltungsbereich ergeben sich aus den jeweiligen technischen Prüf- beziehungsweise Klassifizierungsunterlagen.

Die Zusammensetzung und sicherheitsrelevanten Eigenschaften von ProtecD® sind im jeweiligen Sicherheitsdatenblatt dokumentiert.

ProtecD® ist ein mineralisches, nicht filmbildendes Schutzsystem.

Bei der Verarbeitung sind die im Sicherheitsdatenblatt angegebenen Schutzmaßnahmen einzuhalten, insbesondere hinsichtlich Haut- und Augenkontakt sowie der Belüftung des Arbeitsbereichs.

6. Dauerhaftigkeit & Langzeitschutz

Die ProtecD®-Mineralisierung ist auf einen langfristigen Schutz mineralischer Baustoffe ausgelegt.

Im Gegensatz zu filmbildenden Beschichtungen entsteht keine äußere Schutzschicht, die sich durch Abblättern vom Untergrund lösen kann.

Die Dauerhaftigkeit der Schutzwirkung hängt unter anderem vom behandelten Material, der fachgerechten Anwendung und den jeweiligen Umweltbedingungen ab.

Die UV-Beständigkeit wurde durch beschleunigte Alterungsprüfungen im Labor untersucht.

Nach den vorliegenden Angaben des KURAM-Forschungszentrums blieb die wasserabweisende Leistungsfähigkeit nach einer simulierten UV-Belastung entsprechend 100 Jahren zu 98,7 % erhalten.

Dieses Ergebnis dokumentiert eine hohe Beständigkeit gegenüber der untersuchten UV-Belastung. Es ist jedoch nicht mit einer garantierten Nutzungsdauer von 100 Jahren unter sämtlichen realen Umweltbedingungen gleichzusetzen.